Kettenführung: c.guide | Test

Die c.guide von Bionicon ist eine einfach zu montierende Kettenführung zum Nachrüsten.

Die erste Frage, die sich ein unwissender Leser nun stellt ist, WOZU zur Hölle braucht man so etwas? Die Antwort ist zweigeteilt: Eigentlich braucht man das gar nicht, wenn man nur Fahrrad fährt. Es sei denn, man gehört zu einer kleinen Gruppe von Bekloppten, die mit ihrem Fahrrad Berge runterfahren, die andere nicht einmal runtergehen würden. Diese Bekloppten werden, wenn sie den maximalen Grad an Beklopptheit erreicht haben, Downhiller genannt.
Fährt man nun so einen Berg mit vielen Wurzeln und großen Steinen herunter, springt ab und an mal 1-4Meter weit, fängt die Kette schnell mal an zu ’schlackern‘. Schlackert diese zu doll, kann es passieren, dass diese von einem der vorderen Kettenblätter rutscht und schon hat man den Salat. Im Alltag ist das kein Problem, beim extremeren Einsatz schon.
Die Lösung besteht also darin, die Kette zu spannen, doch Moment, ist dafür nicht eigentlich das Schaltwerk da? Jein, das Schaltwerk spannt die Kette zwar, gibt aber auch freiwillig nach, wenn es mal härter wird.
Es gibt Kettenführungen, die direkt am Rahmen  bzw. dem Tretlager befestigt werden. Dazu muss man allerdings gefühlt das ganze Bike auseinander bauen und deutlich mehr Geld hinlegen, als es bei dem o.g. Produkt der Fall ist.
JA, diese Kettenführungen sind vermutlich besser, aber auch bei denen springt die Kette ab,  wie es mir bei einem Leihbike im Bikepark mit SHIMANO Saint Kettenführung SM-CD50 passiert ist, somit habe ich mich für die c.guide Kettenführung entschieden.

Die c.guide wird fertig montiert geliefert, so kann beim Auseinanderbauen direkt auf die Art und Weise der anschließenden Montage geachtet werden. Es wird eine Inbusschraube gelöst, die Halterung kurz an der Kettenstrebe mit Kabelbindern festgestrapst. Anschließend kann das zweiteilige Kunststoffführungsgehäuse um die Kette gelegt werden, ohne dass diese geöffnet werden muss (großer Pluspunkt), kurz die Inbusschraube anziehen und fertig. Die Position auf der Kettenstrebe bestimmt die zusätzliche Spannung der Kette und gleichzeitig auch den erhöhten Tretwiderstand.

Doch Moment, eine Kettenführung aus Kunststoff? 0______o das kann nicht lange gehen! Ich war auch skeptisch, habe mich trotzdem drauf eingelassen und bin bisher positiv überrascht.  Nach 500 Kilometern sind die Abnutzungen der permanent über das Kunststoff rutschenden Kette überschaubar. Somit ist auch der Nachweis erbracht, dass der Tretwiderstand nur leicht erhöht.

Fazit: Günstige Kettenführung, leichte und schnelle Montage, keine Auftrennung der Kette notwendig, geschätzte Nutzungsdauer bei ordentlicher Nutzung von 2500 Kilometern möglich, Kette seitdem nicht abgesprungen, KAUFEMPFEHLUNG!